Reden wir über Bienen und Honig:

Bienen, die bei dem Imker oder der Imkerin leben, sind Honigbienen (Apis mellifera). Sie sammeln den Blütensaft (Nektar) aus den Blüten, den Blütenstaub der Blüten und den in waldreichen Gebieten vorkommenden Meltau oder Honigtau (chemisch umgewandelter Siebröhrensaft, der von Baum- oder Rindenläusen abgesondert wird).

Ein Bienenvolk hat eine einzige Königin, im Sommer bis zu 100.000 Arbeiterinnen-Bienen (s. Abb. oben, copyright RBZ) und etwa 1000 Drohnen (männliche Biene).

 

Wussten Sie, dass eine Biene in zwei Minuten einen Kilometer fliegt?

Wussten Sie, dass eine Biene für 500 Gramm Honig bis zu 3,5 mal um die Erde fliegt?

Wussten Sie, dass Honig bei richtiger Lagerung (kühl bei 15 bis 18 Grad und dunkel) mehr als 10 Jahre  haltbar sein kann?

Wussten Sie, dass Honig weniger Kalorien als Zucker hat (100g Honig = 300 Kalorien, 100g Zucker = 400 Kalorien)?

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Reden wir weiter über Bienen:

Wie gelingt eigentlich das Zusammenleben und der Zusammenhalt eines Bienenvolkes mit mehr als 100.000 Bienen?

1. Jedes Bienenvolk hat seinen eigenen unverkennbaren Duft/Geruch. Dieser Duftstoff (Pheromon) wird von der Königin erzeugt und an die Bienen ihres Volkes weitergegeben. Die Bienen am Einflugloch ihres Bienenkastens erkennen deshalb am „Geruch“, ob Mitglieder ihres Volkes hinein wollen oder ob es sich um fremde Bienen handelt.

 

2. Es gibt Regeln im Bienenvolk und es herrscht Arbeitsteilung. Die Königin legt in jede Wabenzelle ein Ei. Das Eierlegen ist ihre Hauptaufgabe, sie schafft in der Hochsaison bis zu 2000 Eier am Tag, was mehr als ihrem eigenen Körpergewicht entspricht. Aus den Eiern entstehen Arbeiterinnen, spätere Königinnen oder Drohnen (männliche Bienen).

In der Zelle beginnt nun die Umwandlung vom Ei zur Made und von der Made zur fertigen Biene (Metamorphose). Diese Biene schlüpft aus der Zelle und wird als erstes ihre Geburtszelle säubern. Dann wird sie die anderen Maden in den Zellen mit Pollen (Blütenstaub) und Honig füttern. Nachdem sie Baubiene war und an der Bauerweiterung mitgeholfen hat, wird sie das Flugloch bewachen. In ihrer letzten Lebensphase wird sie zur Flugbiene. Sie sucht dann nach ergiebigen Quellen an Blüten mit Nektar und Pollen (z. B. ein Rapsfeld) in einem Radius von bis zu 6 Kilometern. Sie wird eine Nektarprobe zurück zu ihrem Volk bringen. Dort teilt sie in der Bienensprache den anderen Arbeiterinnen mit, wo das Blütenfeld zu finden ist. Jetzt können viele Flugbienen des Bienenvolkes Nektar und Pollen aus dieser Quelle sammeln. Nach zirka drei Wochen harter Arbeit als Flugbiene ist ihre Lebensenergie aufgebracht. Weil die Königin Tag und Nacht Eier legt, bleibt die Volksstärke jedoch erhalten.

 

3. Die Drohnen leben nur einen Sommer. Sie dürfen in jeden Bienenstock und werden von den Arbeiterinnen gefüttert. Sie beteiligen sich überhaupt nicht an der Arbeit im Bienenvolk. Ihre Aufgabe ist die Begattung  von Königinnen. Der Begattungsakt geschieht in der Luft und der Drohn stirbt dabei. Die Königin wird von bis zu 12 Drohnen begattet und fliegt dann mit gefüllter Samenblase wieder zu ihrem Volk zurück. Die Drohnen, die nicht zum Zuge kamen, werden bis nach der Sommersonnenwende im Bienenvolk noch geduldet und am Ende von den Arbeiterinnen abgestochen. Der vom Imker als „Drohnenschlacht“ bezeichnete Vorgang beendet den Vermehrungszyklus der Bienen für dieses Jahr. Den Winter überstehen nur die Königin und die Arbeiterinnen.

 

Wussten Sie, dass es eine Bienenschutzverordnung (BienSchV1992) gibt? In § 2 heißt es: “bienengefährliche Pflanzenschutzmittel dürfen nicht in blühende Pflanzen (…) angewandt werden.“ 

Wussten Sie, dass es eine Honigverordnung (HonigV) gibt? Sie erklärt die Beschaffenheit von Honig, dem nichts entnommen und nichts hinzugefügt werden darf. Die Honigverordnung legt auch die Kriterien für die Kennzeichnung der Honigsorten fest. Ein Honig kann dann als „Rapshonig“ deklariert werden, wenn „überwiegend“ Pollen aus Raps im Honig enthalten sind und er sortentypisch riecht und schmeckt.

Wussten Sie, dass die Imkerin oder der Imker die einzigen Personen laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB § 961 –  § 964) sind, die ohne Erlaubnis fremde Grundstücke betreten dürfen, falls Sie einen Bienenschwarm einfangen wollen?

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Reden wir heute über Honig und andere Bienenerzeugnisse:

Honig

Man unterscheidet zwei Sorten von Honig: Blütenhonig und Blatt- oder Tauhonig.

Der Blütenhonig entsteht aus süßem Blütensaft (Nektar) der Pflanzen. Die Biene entzieht diesem Blütensaft Wasser, sodass schließlich der Honig maximal 18% bis 20% Wasseranteile aufweist. Außerdem enthält der Honig für den Menschen wichtige Stoffe: Trauben-, Frucht- und Mehrfachzucker, Pollen (Blütenstaub), Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme, Aminosäuren, und Aromastoffe. Diese Inhaltsstoffe können bei Laboruntersuchungen nachgewiesen werden. So gibt zum Beispiel der Pollen im Honig Auskunft darüber, wo der Honig gesammelt wurde und von welchen Blüten Nektar von den Bienen aufgenommen wurde. Bei einer Honigerwärmung oder -überlagerung entsteht das im Labor nachweisbare Abbauprodukt HMF (Hydroxymethylfurfural). 

Im Übrigen gibt es viele verschiedene Honigsorten, je nach dem, welche Blüten die Bienen beflogen haben. Ein als Sortenhonig deklarierter Honig (z.B. Raps- oder Kleehonig) enthält „überwiegend“ Anteile an Pollen dieser angegebenen Sorte.

Der Blatt- oder Tauhonig entsteht aus dem Siebröhrensaft von Nadel- und Laubbäumen. Ganz selten - bei entsprechenden klimatischen Bedingungen – kann der Imker auch Blatthonig von Eichen ernten. Das Jahr 2015 erfreute die Imkerinnen und Imker in Nordrhein-Westfalen: Sie konnten Blatthonig ernten, der von den Eichen kam.

 

Wachs

Die Bienen erzeugen das Wachs in ihrem Körper, sie „schwitzen“ es aus und bauen damit ihre Waben. In den Wachswaben brüten sie und lagern darin ihre Pollen- und Honigreserven. Wachs ist ein reines Bienenprodukt. Kleine Wachsstücke, z.B. gefüllt mit Heidehonig, werden häufig in der Lüneburger Heide von Imkereien zum Verzehr angeboten. Das Bienenwachs wurde ehedem zur Kerzenherstellung verwendet.

 

Pollen (Blütenstaub)

Die Bienen sammeln die Pollen der Blüten. Gleichzeitig befruchten sie die Blüten, weil sie Pollen auf  anderen Blüten derselben Art verteilen. Bienen haben an ihren Hinterbeinen kleine Aushöhlungen (Pollenhöschen), worin sie den gesammelten Pollen zu ihrem Bienenvolk transportieren. Sie stampfen ihn dann in die Wabenzellen ein, und sie ernähren damit ihre Brut. Pollen ist auch für Menschen genießbar. Jeder naturbelassene Honig enthält Pollen.

 

Propolis (Kittharz)

Die Bienen sammeln Baumharz von harzreichen Knospen verschiedener Laub- und Nadelbäumen. Sie benötigen Propolis zur Abdichtung ihres Bienenkastens gegen Zugluft und zur Desinfektion der gesamten Behausung. Sie können aber auch eine diebische Maus im Bienenkasten vollkommen mit Propolis überziehen und damit unschädlich machen. Propolis enthält antibakterielle Stoffe (Flavonoide) die für Menschen hilfreich, z. B. bei der Zahnpflege sein können.   

 

Gelée royal (Königinnenfutter)

Maden, die sich in 16 Tagen zur Bienenköniginnen entwickeln, werden mit einem besonderen Futterbrei gefüttert. Gelée royal besteht aus 70% Wasser und 30% Trockensubstanz, die Trauben- und Fruchtzucker, Eiweiß und Fette enthält. Die Zusammensetzung von Gelée royal blieb lange unerforscht. Gelée royal werden besondere Wirkungen für die Menschen nachgesagt. Tatsächlich sind jedoch alle Bienenerzeugnisse bekömmlich und für den Menschen nützlich.

 

Wussten Sie, dass 14.000 Blütenstaubkörner der kleinsten Art für ein Gramm Pollen nötig sind?

Wussten Sie, dass eine Biene in zwei Minuten 1 km fliegt und in ihrem Leben 8000 km durch die Luft saust.

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Reden wir heute über Bienenstiche:

Bienenstiche schmerzen, aber die Biene verliert ihr Leben, wenn sie den Menschen sticht. Bienengift wird in der Medizin auch als Heilmittel eingesetzt.

Weibliche Bienen (Arbeiterinnen und Königin) haben an ihrem Hinterleib einen Stachel. Drohnen (männlichen Bienen) haben keinen Stachel und können somit auch nicht stechen. Bienen wehren mit Hilfe ihres Giftes Eindringling am Flugloch ab. Der Bienenstachel kann in einen Chitinkörper (Wespe und andere  Insekten) gut eindringen und wieder herausgezogen werden. Wird ein Mensch von einer Biene gestochen, dringt der Stachel in die Haut ein und lässt sich deshalb von der Biene nicht mehr herausziehen. Der Stachel der Bienen, der meistens noch in der Wunde sitzt, sollte seitlich weggekratzt werden, damit das Bienengift nicht in die Einstichstelle gedrückt wird. Treten größere Beschwerden auf, sollte man einen Arzt aufsuchen.

 

Das Stechen der Bienen ist ihre natürliche Verteidigungsmöglichkeit um ihr Volk vor Angriffen aller Art zu schützen. Durch die heutige Bienenzüchtung wurde allerdings erreicht, dass die Stechlustigkeit der Bienen zurück ging. Deshalb können heutzutage Bienenvölker ohne Probleme in Städten gehalten werden.

Im frühen Herbst besuchen häufig Insekten Bäckereien und auch den Frühstückstisch um nach Süßem Ausschau zu halten. Was da zu sehen ist, sind in den meisten Fällen Wespen und keine Bienen. Bienen ernähren sich von Pollen (Blütenstaub) und Nektar (Blütensaft) und nicht von Kuchen oder ähnlichem. Ganz leicht lassen sich lästige Wespen vom Honigbrötchen ablenken, indem man ihnen eine Scheibe Wurst anbietet. Wespen vertilgen fett- und eiweisshaltige Nahrung.

 

Neben den Honigbienen gibt es auch Bienenarten, die ohne ein Volk leben. Diese Wildbienen haben in der Regel keinen Stachel. Man kann also in Ruhe auf dem Balkon ein „Wildbienenhotel“ aus gelöcherten Baumscheiben aufhängen und den Wildbienen beim Flug zuschauen.  

 

Wussten Sie, dass der Mensch die Biene stört (und nicht umgekehrt), wenn er auf eine Kleeblüte mit einer daraufsitzenden Biene tritt?

Wussten Sie, dass bei Bienenstichen das Einreiben der Wunde mit einer dicken frischen Zwiebelscheibe den Schmerz lindert?

Wussten Sie, dass Bienengift thermoinstabil ist und bei höherer Temperatur zerfällt?

Ergo:  Es kann ein heißer Löffel, der noch keine Verbrennungen hervorruft, auf den Bienenstich gedrückt werden.

Wussten Sie, dass am Bienenhaus an der Art des Summens der Bienen zu erkennen ist, ob das Bienenvolk friedlich oder feindlich gestimmt ist?

Nummer 4, Ff, dk

 

 

Eine Königin, umrahmt von Bienen auf einer Brutwabe.

Reden wir über Bienen: Was machen die Bienen im Winter?

Das Wichtigste: Im Winter wollen die Bienen nicht gestört werden!

Die Imkerei hat im Herbst ihre Bienen mit Winterfutter versorgt, was die Bienen in den Waben eingelagert haben. Beim Absinken der Außentemperatur von 10 – 6 Grad ziehen sich die Bienen mit ihrer Königin zu einer Kugel („Wintertraube“)  zusammen. Die Kugel füllte Wabengassen und leere Zellen aus. Die Außenränder der Wintertraube hat Anschluss an die Futtervorräte in den Waben. Das Bienenvolk ernährt sich vom Wintervorrat, und es rückt mit der gesamten Traube den Wintervorräten nach.

In der Wintertraube sitzen die Bienen an der Außenseite der Traube sehr dicht zusammen, innen hat die Königin ihren Platz. Die Traube wird vom Bienenvolk insbesondere im inneren Bereich - abhängig von der Außentemperatur - durch Flügelschlag der Arbeiterinnen auf 35 Grad aufgeheizt, sofern noch Brut im Volk ist. Danach werden 12 – 15 Grad konstant gehalten.  Die Bienen werden erst im kommenden Frühjahr beim ersten Ausflug ihre Kotblase entleeren.

 

Wussten Sie, dass die Winterbienen bis zu einem halben Jahr alt werden, während im Sommer die Bienen häufig nur einen Monat alt werden?

Wussten Sie, dass Bienen Minustemperaturen bis zu 40 Grad Minus im Winter aufgrund ihrer Überlebenstechnik überstehen?

Wussten Sie, dass die Bienen in der Wintertraube ihre Flügel von der Muskulatur aushaken und dann ihre Flügel „im Leerlauf“ bewegen und Wärme erzeugen können?

Wussten Sie, dass die Wärmeleistung der Bienen in der Wintertraube einer 40-Watt- Glühbirne entspricht?  

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